Manche Reisen vergisst man nie. Nicht wegen der Sehenswürdigkeiten – sondern wegen der Geschichten, die man später immer wieder erzählt. Unsere Woche in Marseille war genau so eine Reise.
Lolo war damals 1 Jahr und 3 Monate alt, und Papa hat für einige Tage in Marseille gearbeitet. Also haben wir beschlossen, ihn dort zu besuchen. Für mich bedeutete das: meine erste Flugreise allein mit Lolo, eine ganze Woche zunächst ohne Unterstützung – und natürlich jede Menge Respekt vor diesem kleinen Abenteuer.
Rückblickend kann ich sagen: Es war eine der Reisen, die uns als Familie am meisten zusammengeschweißt hat – und mir persönlich ganz viel Selbstvertrauen als Mama gegeben hat.
✈️ Um 3 Uhr morgens klingelte der Wecker
Die Reise begann mitten in der Nacht. Der Wecker klingelte um 3 Uhr morgens. Lolo schlief natürlich tief und fest, während ich versuchte, irgendwie alles zusammenzupacken und uns rechtzeitig zum Flughafen zu bringen.
Wir sind mit Lufthansa über Frankfurt nach Marseille geflogen. Mit dabei: ein Koffer, das Handgepäck und unser Reisebuggy. Der Flug selbst war völlig unkompliziert. Was danach kam, allerdings nicht.
😭 Der Buggy war weg
Nach der Landung habe ich am Gepäckband gewartet. Der Koffer kam. Andere Kinderwagen kamen. Unserer nicht.
Erst dachte ich noch, er kommt bestimmt gleich beim Sperrgepäck. Kam er nicht.
Und in diesem Moment, ich geb's ehrlich zu, bekam ich etwas Panik. Eine Woche allein mit Kleinkind, ohne Buggy – wie sollte das funktionieren? Natürlich hatte ich eine Trage dabei. Aber ein Kleinkind eine ganze Woche lang ständig tragen? Keine Chance.
Ich weiß noch genau, wie ich dort am Flughafen stand und erstmal völlig überfordert war. Ja, ich habe sogar geweint. Nicht wegen des Kinderwagens an sich – sondern weil in dem Moment einfach alles zusammenkam: die Müdigkeit vom frühen Start, allein mit Lolo in einer fremden Stadt, und plötzlich fehlte eines der wichtigsten Dinge der Reise.
❤️ Manchmal findet sich doch eine Lösung
Also bin ich zum Schalter gegangen und habe den Buggy als verloren gemeldet. Dort wurde mir erklärt, dass er nachgeliefert und direkt ins Hotel gebracht werden würde. Wann genau? Das konnte mir leider niemand sagen.
Zum Glück konnte Papa über seine Arbeit sofort einen Ersatz organisieren. So hatten wir bereits am ersten Tag einen Reisebuggy vor Ort. Und tatsächlich: Am fünften Tag wurde unser eigener Buggy ins Hotel geliefert.
Bis heute bin ich froh, dass Papa so schnell reagiert und eine Lösung gefunden hat.
☀️ Marseille begrüßte uns mit Sonne
Old Port of Marseille
Nach dem ersten Schock ging es direkt los. Ende Februar / Anfang März hat sich Marseille von seiner schönsten Seite gezeigt: Sonnenschein, angenehme Temperaturen und dieses typische südfranzösische Lebensgefühl.
Wir sind direkt zum berühmten Alten Hafen spaziert – dem Old Port of Marseille. Lolo war komplett begeistert: Boote, Yachten, Fähren, Möwen. Eigentlich alles, was ein Kleinkind spannend findet.
🚶♀️ Einfach treiben lassen
Den ersten Tag haben wir ganz entspannt verbracht – entlang des Hafens, bis zum Stadtstrand, durch kleine Gassen, vorbei an Restaurants und Cafés.
Mittags sind wir in einem indischen Restaurant direkt am Hafen gelandet. Geschmeckt hat es, aber ehrlich gesagt: Preis-Leistung würden wir nicht unbedingt empfehlen – die Lage bezahlt man dort definitiv mit.
🎨 Graffiti, Gassen und das echte Marseille
Street Art in den kreativen Viertel von Marseille
In den nächsten Tagen haben wir weitere Teile der Stadt erkundet. Besonders spannend fanden wir die kreativen Viertel mit Street Art, Graffiti, kleinen Cafés und verwinkelten Gassen. Dazu kamen die Einkaufsstraßen, kleine Plätze und ein großer Foodcourt – perfekt, wenn man mit Kind unterwegs ist und jeder etwas anderes essen möchte.
🚌 Tagesausflug nach Cassis – mein Lieblingsausflug
Der Hafen von Cassis – wie aus dem Bilderbuch
Eines der absoluten Highlights war unser Ausflug nach Cassis. Die Anreise war überraschend einfach: Mit dem Bus ging es für wenige Euro direkt von Marseille los – die Fahrzeit lag bei etwa 1 bis 1,5 Stunden.
💶 Preise Tagesausflug Cassis
- Bus Marseille–Cassis (einfach, pro Person)wenige Euro
Und Cassis war einfach wunderschön. Ein kleines Fischerdorf direkt am Meer, bunte Häuser, kleine Boote, Strand, Restaurants – genau so haben wir uns Südfrankreich vorgestellt.
🍦 Eis, Hafen & französische Leckereien
Wir haben die meiste Zeit am Hafen, am Strand und in kleinen Cafés verbracht. Natürlich gab es Eis. Und natürlich mussten wir die typischen französischen Spezialitäten probieren.
Besonders in Erinnerung geblieben sind die Madeleines – die berühmten südfranzösischen ovalen Butterkekse. Unsere Lieblinge: Kokos, Zitrone und Himbeere. Absolute Empfehlung!
🥮 Die berühmten Navettes von Marseille – mein ehrliches Fazit 😄
Natürlich wollten wir auch eine der bekanntesten Spezialitäten von Marseille probieren: die berühmten Navettes. Das sind kleine, längliche Kekse aus vielen Bäckereien der Stadt – eine echte Marseiller Tradition.
Also haben wir uns voller Vorfreude welche gekauft. Und dann kam der erste Bissen. Wie soll ich es sagen? Für mich haben sie ein bisschen nach Seife geschmeckt 😄
Der typische Geschmack kommt von Orangenblütenwasser – viele lieben genau dieses besondere Aroma. Für mich war es allerdings eher gewöhnungsbedürftig, Papa fand sie okay 😄
Probieren wollten wir sie aber unbedingt – genau solche regionalen Spezialitäten machen das Reisen für uns aus. Und wer weiß, vielleicht schmecken sie euch deutlich besser als uns. Lolo war jedenfalls deutlich interessierter an den Madeleines 😄
🌿 Aix-en-Provence – Provence-Feeling pur
Markttag in Aix-en-Provence
Ein weiterer wunderschöner Tagesausflug hat uns nach Aix-en-Provence geführt – auch hier mit dem Bus, etwa eine Stunde Fahrzeit, unkompliziert und günstig.
Und sofort war klar: Das ist genau das Provence-Gefühl, das man sich vorstellt. Als wir ankamen, war gerade Markttag – überall frisches Obst, regionale Spezialitäten, kleine Stände, Kunsthandwerk. Wir sind stundenlang durch die Altstadt geschlendert, haben uns durch die Leckereien probiert und natürlich sind wieder Madeleines in unseren Händen gelandet 😄
🚍 Südfrankreich ohne Auto? Absolut!
Was uns besonders überrascht hat: Man braucht hier eigentlich kein Auto. Wir haben die komplette Woche zu Fuß, mit dem Bus und mit öffentlichen Verkehrsmitteln verbracht – und alles hat wunderbar funktioniert.
Gerade mit Kind ist das richtig angenehm: kein Parkplatzstress, kein Mietwagen, keine zusätzlichen Kosten.
❤️ Mein Fazit
Diese Reise war für uns viel mehr als nur eine Woche in Südfrankreich. Sie war: meine erste Reise allein mit Lolo, ein verlorener Buggy, viele kleine Herausforderungen – und am Ende ganz viel Selbstvertrauen.
Marseille selbst hat uns sehr gefallen. Aber besonders schön fanden wir die Kombination aus Großstadt, Hafenleben, Cassis, Aix-en-Provence und diesem typisch französischen Flair.
Wenn ihr mit Baby oder Kleinkind nach Südfrankreich reisen möchtet: Traut euch. Die Region ist unglaublich familienfreundlich, einfach zu erkunden und perfekt für entspannte Tagesausflüge.
Und manchmal entstehen die schönsten Erinnerungen genau dann, wenn am Anfang erstmal alles schiefzugehen scheint ❤️
💬 Kommentare
Habt ihr auch schon Erfahrungen mit Südfrankreich oder einer Reise allein mit Kleinkind gemacht? Wir freuen uns über eure Kommentare!